Theater Krefeld und Mönchengladbach

75 Jahre und kein bisschen leise

Generalintendant Michael Grosse

Vor 75 Jahren, am 19. April 1950, schlossen sich die Theater von Krefeld und Mönchengladbach zu den „Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach“ zusammen. Das war der Beginn der dauerhaftesten und erfolgreichsten „Theaterehe“ in Deutschland. Da wundert es nicht, dass im Jubiläumsmonat April in beiden Städten Festwochen stattfinden, um die historische Entscheidung gebührend zu feiern: Vom 5. April bis 18. Mai gibt es an beiden Bühnen nicht nur einen abwechslungsreichen Spielplan. Theaterfans und solche, die es werden wollen, können es sich auch in kleinen Festcamps vor den Theatern in Liegestühlen und auf Bierbänken mit Snacks und Getränken gemütlich machen. Und – man darf sich überraschen lassen, was an den vorstellungsfreien Abenden zwischen 19 Uhr und 20.15 Uhr auf den großen Bühnen passiert: Im Rahmen des Angebots „75 Minuten-Open-House“ darf man Mäuschen spielen und vom Balkon aus einen Blick auf das Bühnentreiben während der Proben werfen. (Die genauen Termine sind auf der Homepage zu finden.)

Am Jubiläumstag, dem 19. April, findet am Krefelder Theater die Premiere von „Die Passagierin“ statt. Die auf einem Roman der KZ-Überlebenden Zofi a Posmysz basierende Oper von Mieczysław Weinberg erzählt von dem deutschen Ehepaar Lisa und Walter, das fünfzehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit dem Schiff nach Brasilien fährt, um dort ein neues Leben zu beginnen. Unterwegs bemerkt Lisa eine Passagierin, die sie an eine Insassin des KZ Auschwitz erinnert, in dem Lisa selbst Aufseherin war. Sie gesteht ihrem Mann ihre schreckliche Vergangenheit. Gleichzeitig wird die Geschichte der KZ-Insassin Marta in traumartigen Bildern zum Leben erweckt. Inszeniert wird diese außergewöhnliche Oper von der israelischen Regisseurin Dedi Baron, die für das Theater Krefeld und Mönchengladbach bereits mehrfach in der Sparte Schauspiel aktiv war.

Über „Die Passagierin“ hinaus bieten die Festwochen an beiden Bühnen ein üppiges Programm. Dazu zählen unter anderem sechs Aufführungen der englischen Komödie „Stolz und Vorurteil* (*oder so)“ und zwei Theaterabende mit „Die Zauberflöte“ – der Mozart-Oper im Science-Fiction-Gewand. Am 10. Mai hat dann das bildgewaltige Weltmärchen „Merlin oder Das wüste Land“ von Tankred Dorst als Doppelprojekt mit der Gladbacher Studioproduktion „Merlin feat. Ginevra“ Premiere. Als Festwochen-Extra präsentiert das Theater Krefeld am 7. April „Die Herr Winzen Show 75 spezial“ mit Theatergästen und Live-Musik. Am 14. April gibt es unter dem Motto „Szenen einer Theaterehe“ eine musikalisch-kulinarische Hochzeitsreise. Sportlich wird es am 3. Mai, wenn man zusammen mit Tenor Markus Heinrich „Sattel-Fest“ von Krefeld nach Mönchengladbach und zurück radeln kann – und am 15. Mai startet „Lisas Theater Talk“ auf dem Theaterplatz mit Generalintendant Michael Grosse.

Wer während der Festwochen drei Theaterabende zum Jubiläumspreis von 75 Euro besuchen möchte, sollte sich noch schnell seine „Jubiläumsbox“ an der Theaterkasse besorgen.

Infos und Tickets unter theater-kr-mg.de und theater-kr-mg.de/festwochen/

Jubiläumsmonat 5. April – 18. Mai
„Die Herr Winzen Show 75 spezial“ am 7. April
„Szenen einer Theaterehe“ am 14. April
„Die Passagierin“ ab 19. April
„Sattelfest“ am 3. Mai
„Merlin oder Das wüste Land“ ab 10. Mai
„Lisas Theater Talk“ am 15. Mai

Fotos: Matthias Stutte
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